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Pressemitteilung: Prüfung Zusammenarbeit der Oberstufen Gipf-Oberfrick und Wegenstetten - Verzicht

10. September 2020

Anfrage Wegenstetten für eine Zusammenarbeit mit der Oberstufe Gipf-Oberfrick

Gipf-Oberfrick ist Standortgemeinde der Oberstufen Sek und Real für die Gemeinden Oberhof, Wölflinswil, Wittnau und Gipf-Oberfrick. Vor einigen Jahren wurde die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden geprüft, weil die erforderlichen Schülerzahlen, vor allem in den Realklassen, knapp sind. Die gewünschte Übernahme von Schülerinnen und Schülern aus anderen Gemeinden kam jedoch nicht zustande. Momentan sind die Schülerzahlen am Standort Gipf-Oberfrick wieder stabil. Der Gemeinderat Wegenstetten hat im Mai 2019 Gipf-Oberfrick für die Prüfung einer Zusammenarbeit im Oberstufenbereich angefragt. Wegenstetten ist Standortgemeinde der Oberstufen Sek und Real der Gemeinden Hellikon, Zeiningen, Zuzgen und Wegenstetten. Nachdem Möhlin den bestehenden Vertrag gekündigt hat, verfügt die Realschule über zuwenig Schülerinnen und Schüler, damit der Standort gehalten werden kann.

 

Einbindung Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS), Partnergemeinden und Schulpflege

In einer ersten Phase wurden das BKS und die Partnergemeinden Oberhof, Wölflinswil und Wittnau mit der Anfrage für eine Zusammenarbeit konfrontiert. Das BKS teilte mit, dass eine Zusammenarbeit rechtlich zwar möglich wäre, befürwortete dies jedoch nicht. Die Rückmeldungen der Partner waren eher negativ, weil geografisch und regionalpolitisch keine Verbindung zum Wegenstettertal besteht. Die Schulpflege Gipf-Oberfrick verlangte vor einem definitiven Entscheid vertiefte Abklärungen für eine mögliche Zusammenarbeit mit dem Wegenstettertal. Der Gemeinderat Gipf-Oberfrick unterstützte dies. Es wurde eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der beiden Standorte eingesetzt. Diese hat einen Entwurf für ein schulisch-pädagogisches Konzept einer Zusammenarbeit ausgearbeitet. Dabei ist vorgesehen, dass die beiden Oberstufenstandorte wie bisher bestehen bleiben. Ein Schüleraustausch ist nicht vorgesehen. Die Leitung der Schule bzw. der beiden Standorte würde Gipf-Oberfrick obliegen. Mit der Zusammenlegung der Schulen könnte der Standort Wegenstetten erhalten bleiben. Die Standortsicherheit von Gipf-Oberfrick würde verbessert werden. Ende 2019 fand ein Austausch mit dem BKS statt. Nach einer nochmaligen Überarbeitung der Grundlagen hat das BKS sich im Juli 2020 schriftlich zur Zusammenarbeit geäussert. Das BKS kommt zum Schluss, dass der Standort Gipf-Oberfrick auch ohne Zusammenarbeit mittelfristig gesichert ist. Demgegenüber stehen Wegenstetten auch bei einer Zusammenarbeit zu wenig Ressourcen für ein qualitativ gutes Bildungs- und Förderangebot zur Verfügung. Zudem ist die Regionalität nicht gegeben und mangels Schüleraustausch ist kein Synergiepotential ersichtlich. Das BKS kann deshalb eine Zusammenarbeit dieser beiden Standorte nicht unterstützen, wobei der Entscheid den betroffenen Gemeinden obliegt.

 

Beurteilung durch die Gemeinderäte

Die ablehnende Haltung des BKS für eine solche Zusammenarbeit wurde zwischen dem Gemeinderat Gipf-Oberfrick und Vertretungen der beiden Schulen besprochen. Dabei konnten etliche Aussagen des BKS relativiert werden. Unbestritten ist für alle Beteiligten, dass die Qualität der beiden kleinen Schulen heute schon hoch ist und ohne Einhaltung der Normvorgaben des BKS auch künftig hochgehalten werden könnte. Die Gemeinden des Wegenstettertals haben sich geschlossen für eine Zusammenarbeit ausgesprochen. Die Gemeinderäte der Regos-Gemeinden Gipf-Oberfrick sind zurückhaltender. Einzelne Partner sind skeptisch und stimmen der Zusammenarbeit vor allem aus Solidarität gegenüber dem Wegenstettertal zu. Ein Partner lehnt die Zusammenarbeit ab. Weil von Beginn an klar war, dass eine Zusammenarbeit nur dann zustande kommt, wenn alle Partner zustimmen, wird das Projekt «Kreisschule Thierstein» nicht mehr weiterverfolgt.

 

Haltung Gemeinderat Gipf-Oberfrick

Eine Zusammenarbeit mit dem Wegenstettertal würde dem Standort Gipf-Oberfrick eine etwas

grössere Sicherheit in Bezug auf die Schülerzahlen an der Real geben. Im Übrigen ergeben sich aber kaum Vorteile. Der Standort Gipf-Oberfrick kann zumindest mittelfristig so oder so als gesichert beurteilt werden. Für Gipf-Oberfrick besteht also kein akuter Handlungsbedarf. Das BKS kann die so geplante Zusammenarbeit nicht unterstützen. Die jetzigen Oberstufenpartner stehen der Zusammenarbeit eher kritisch gegenüber oder lehnen sie ab. Gipf-Oberfrick will die jetzige Partnerschaft mit den Gemeinden Oberhof, Wölflinswil und Wittnau aufrechterhalten. Zudem soll die bereits bestehende Zusammenarbeit mit Frick weiter gepflegt werden. Der Gemeinderat anerkennt, dass Schulpflege und Schulleitung Gipf-Oberfrick die Zusammenarbeit mit dem Wegenstettertal nach intensiver Vorbereitungsarbeit und eingehender Prüfung nach wie vor befürworten und der Bevölkerung aller betroffenen Gemeinden gerne die Möglichkeit gegeben hätten, an ihrer Gemeindeversammlung über die Zusammenarbeit abzustimmen. Weil aber von Beginn weg klar war, dass eine Zusammenarbeit nur zustande kommt, wenn alle Partner sie befürworten, wird das Projekt nicht mehr weiterverfolgt. Schulpflege und Schulleitung Gipf-Oberfrick bedauern diesen Entscheid ausserordentlich. Der Standort Wegenstetten wird damit mittelfristig kaum mehr bestehen können. Das wird bedauert. Der Gemeinderat hat sich im Laufe der Gespräche und Verhandlungen von der guten Qualität der Schule Wegenstetten überzeugen können. Nichtsdestotrotz muss der Gemeinderat Gipf-Oberfrick aber auch die Interessen aller Partner der eigenen Schule wahren und keine Handlungen vornehmen, welche diese Zusammenarbeit schwächen könnten.

 

Hinweis:

Auskünfte zu diesem Geschäft von Seiten des Gemeinderats Gipf-Oberfrick erteilt Gemeinderätin Vreni Buol Lüscher

 

Gemeinderat Gipf-Oberfrick

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